BdP Stamm Graue Wölfe Friedrichsdorf e.V.

Fahrtenberichte

Ostern 1999 in Griechenland

veröffentlicht im: Der Graue Wolf, Ausgabe 62, April 2000

Am Dienstag, den 23.3.1999 fuhren 12 mutige Graue Wölfe sowie zwei andersstämmige (vermutlich Vaganten) in das ferne Land am äußersten Rande der EU (besser bekannt unter dem Namen Griechenland), um die Wolfsfährte durch zahlreiche Oliven- und Zitronenhaine zu ziehen. Nachdem wir – Stefan, Gesine, Romina, Eva, Tobias U., Christopher, Tobias M., Armie, Kevin, Björn und Clemens – die beiden Vaganten Pi und Fischi am Frankfurter Hauptbahnhof eingefangen hatten, setzten wir unseren Weg zum Frankfurter Flughafen fort, wo wir durch eine gesonderte Zollkontrolle geschickt wurden, da wir sonst den Ablauf zu lange verzögern hätten. Dies lag daran, dass einige Pfadis zu viele metallische Gegenstände mit sich führten. Allerdings sollte das Einsammeln dieser Gegenstände geübt oder wenigstens deren Verlust bemerkt werden.

Bei der Ankunft am Athener Flughafen mussten wir entgegen unserer Vorstellung feststellen, dass es in Griechenland auch regnen kann. Da wir mitten in der Nacht flogen, verbrachten wir den Rest fußballspielend in der Aufenthaltshalle des Terminals. Um fünf Uhr morgens ging es weiter mit dem Bus zum Hafen. Die Strecke, die wir mit dem Gefährt zurücklegen mussten, war auf Grund des Nichtvorhandenseins von jeglichen Wasserableitungskanälen in einen Sturzbach verwandelt worden und bei jeder Strassenunebenheit musste man vor dem Absaufen des Motors Angst haben. Der griechische Fahrstil würde in Deutschland unter Haft stehen.

Am Hafen Piräus angekommen, suchten wir uns die erste Fähre, welche uns auf eine nahegelegene Insel namens Ägina brachte. Dort angekommen flüchteten wir uns in eines der vielen, nicht fertig gebauten Häuser, um uns vor dem scheinbar unaufhörlichen Regen zu schützen. Am nächsten Tag war das Wetter schon viel besser und wir konnten die dicken Regenklamotten gegen kurze Sachen austauschen. Da sich die Interessen in der Gruppe sehr stark unterschieden, trennten wir uns mit dem Ziel, sich in den nächsten Tagen wieder zu treffen. Dieser Versuch scheiterte aber, da es ein Missverständnis bei der Treffpunktabsprache gab. Das führte dazu, dass wir uns erst wieder am Ende der Fahrt am Athener Flughafen trafen.

Nachdem der Regen verebbt war, konnten wir auch die schöne Landschaft Griechenlands genießen, die sich durch Oliven-, Zitronen- und Orangenhaine sowie durch zahlreiche kleine weiße Kirchen auszeichnete. Ebenfalls konnten wir die saftige grüne Landschaft bewundern und die Freundlichkeit der Einheimischen ließ auch kaum Wünsche offen. Nachdem wir zwei Tage auf dieser Insel verbracht hatten, setzten wir unseren Weg mit Hilfe einer Fähre in Richtung Methana fort.

Der Ferienort schien sich aber nicht in der Hauptsaison zu befinden, da die meisten Hotels geschlossen waren und nur ein Laden geöffnet war. Wir fanden den Besitzer in einem Kaffee unweit seines Ladens. Wir konnten ihn davon überzeugen, sodass wir etwas bei ihm kaufen konnten. An diesem Abend trennten sich Gesine und Stefan von unserer Gruppe, um Carsten, der erst heute am Flughafen ankam, abzuholen. Beim Frühstück war die Gruppe jedoch wieder vereint und konnte die geplante Umrundung der Halbinsel angehen (Carsten versorgte uns noch mit frischen Lebensmitteln aus Deutschland, ganz wichtig waren Nutella, Schokolade und Gewürze). Was dass anging, waren die zahlreichen Berge und die Serpentinen der Küstenstrasse ein großes Hindernis. Durch diese vorher nicht eingeschätzten Hindernisse verlängerte sich die Umrundungszeit von geschätzten zwei Tagen auf fünf (aber wir hatten jeden Abend einen Schlafplatz mit Meerblick). Auch die Tatsache, dass es nur in der Hauptstadt der Halbinsel etwas zu Essen gab, beeinflusste zunehmend unsere Unternehmungen. Die schwerste Etappe mußten wir sogar mit nur zwei Stückchen Schokolade pro Mann meistern. Am Abend konnten wir uns schließlich luxuriös und teuer in einer kleinen Bar versorgen. Aber auch diese Situation wurde von uns gemeistert und wir wurden zudem dadurch entschädigt, dass es auf der Halbinsel die schönsten Lagerplätze gab. An den Abenden saßen wir entweder zusammen im Zelt oder bildeten einen Kreis um die Kochstelle. In Griechenland bekam man in der Regel nur Nudeln und Reis, woraus folglich fast alle Mahlzeiten bestanden.

Pi versuchte sein Glück, unsere Frauen zu besiegen, doch schon gegen Eva alleine hatte er keine Chance, er unterlag hoffnungslos den 3 Mädchen. Nach dieser Niederlage war sich Pi endgültig bewußt, daß er gegen unsere Frauenpower nichts ausrichten konnte. Als wir die Insel verließen, stellte Pi dann einigen Bergziegen eines griechischen Hirten nach, mußte aber auch diesmal erfolglos aufgeben.

Zwei Tage später kamen wir abends in Nafplion an, und während die einen die Altstadt erkundeten, starteten Tobi und Chrise den anstrengenden Versuch, die knapp 900 Stufen zur Burg zu ersteigen. Da die Burg nachts leider geschlossen war, wiederholten wir die Aktion am nächsten Tag (diesmal ohne Rucksäcke) und erkundeten mehrere Stunden lang die Burg – von den Verliesen bis zu den Steilklippen.
Abends fuhren wir dann mit dem Bus nach Epidavros, zum Amphitheater, um dies am nächsten Tag zu erkunden. Die eindrucksvolle Akustik demonstrierten uns überzeugend eine Gruppe Franzosen, die „Au Champs-Elyssées“ sangen (sofern man dies als singen bezeichnen konnte). Man hört in diesem Theater wirklich alles, auch noch in der obersten Reihe, wenn man zum Beispiel eine Münze fallen läßt. In der näheren Umgebung fanden sich Überreste zahlreicher Tempel und einige Statuen, die wir natürlich gleich nachzuahmen versuchten.

Griechenland 1999

Zum Abschluß unserer Reise fuhren wir für zwei Tage nach Athen, um dort durch die Markthallen zu wandern, in denen jede erdenkliche Art Fisch und Fleisch (jedes Körperteil auch Zungen usw.) verkauft wurden. Dann wurden wir beinahe vom Gerichtsfelsen geweht  (der windigste Ort in ganz Athen) und natürlich besichtigen wir die Akropolis. Nachmittags wanderten wir durch den botanischen Garten, der der einzige grüne Fleck in ganz Athen ist (abgesehen von dem kleinen Gebiet um die Akropolis). Am letzten Tag waren Tobias und Chrise noch im Laufstadion von Athen, um eine Runde zu sprinten, und platzten anschließend in eine Pressekonferenz der Innenministerin. Man kuckte uns komisch an, aber wir konnten schnell genug verschwinden.

Am Abend trafen sich dann die beiden Fahrtengruppen am Flughafen und verbrachten noch einen „gemütlichen“ Abend in der Ankunftshalle bis zum Abflug. Kevin und Armie waren aus unerfindlichen Gründen der Ansicht bei strömenden Regen um den Flughafen laufen zu müssen, was sie jedoch schließlich aufgaben, da das Flughafengelände um einiges größer war als gedacht.

Zurückblickend auf die Fahrt läßt sich nur noch sagen, daß die Griechen sehr nett sind – zumindest sobald sie wissen, dass man ein Pfadfinder ist – und dass wir zwei sehr schöne Wochen in Griechenland verbracht haben.
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